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Das Akkreditierungssystem

Mit dem Bologna-Prozess haben in Deutschland hochschulpolitische Reformen und die Einführung eines neuen Qualitätssicherungssystems erheblich an Dynamik gewonnen. Die Verantwortung für die Qualitätssicherung liegt dabei bei den Hochschulen selber, diese ist jedoch eingebunden in ein nationales und europäisches System der Qualitätssicherung und Kontrolle. Als ein Instrument der Qualitätssicherung wurde die Akkreditierung zur Sicherung von Mindeststandards und zur Erfüllung bestimmter Strukturvorgaben eingeführt, um kontinuierliche Qualitätsentwicklung in der Lehre erreichen zu können. 

Im Hochschulbereich werden mit der Akkreditierung vorrangig folgende Ziele verfolgt:

  • Gewährleistung von Qualität in den einzelnen Studiengängen
  • Ermöglichung und Förderung von Vielfalt und Profilbildung im deutschen Hochschulsystem
  • Förderung der studentischen Mobilität
  • Stärkung der Berufsrelevanz
  • Sicherstellung der Gleichwertigkeit des Ausbildungsniveaus im nationalen und internationalen Kontext.

Das deutsche Akkreditierungssystem zeichnet sich maßgeblich durch eine Zweistufigkeit aus: dem Akkreditierungsrat als Akteur mit zentraler Steuerungsfunktion und den Akkreditierungsagenturen auf dezentraler Ebene. Der Akkreditierungsrat entwickelt das Regelwerk und die Kriterien für die Akkreditierung, indem er die Vorgaben der Kultusministerkonferenz aufgreift, ergänzt und in verbindliche Regeln umsetzt. Zudem zertifiziert er die Akkreditierungsagenturen und überprüft, ob diese die Aufgaben und Anforderungen in der Durchführung des Akkreditierungsverfahrens erfüllen und einhalten. Die Akkreditierungsagenturen führen wiederum die eigentliche Akkreditierung durch, indem sie die Hochschulen und insbesondere ihre Studienprogramme begutachten und auf Qualität überprüfen. 
Möglich sind dabei nach derzeitigem Stand

  • die Akkreditierung ohne Auflagen
  • die Akkreditierung mit Auflagen
  • die Aussetzung des Verfahrens (zur Nachbesserung bei gravierenden Mängeln)
  • die Nichtakkreditierung.