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Kurz notiert

Verfassungswidrige Regelungen zur Akkreditierung von BA- und MA-Studiengängen

Das Bundesverfassungsgericht hat die Regelungen zur Akkreditierung von Bachelor- und Masterstudiengängen als verfassungswidrig erklärt, weil es für sie keine ausreichende gesetzliche Grundlage gibt.

In der Pressemitteilung des Bundesverfassungsgerichts heißt es (Pressemitteilung 15/2016 vom 18.03.2016):

"Die Regelungen über die Akkreditierung von Studiengängen des Landes Nordrhein-Westfalen, wonach Studiengänge durch Agenturen „nach den geltenden Regelungen“ akkreditiert werden müssen, sind mit dem Grundgesetz (Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG in Verbindung mit Art. 20 Abs. 3 GG) unvereinbar. Dies hat der Erste Senat mit heute veröffentlichtem Beschluss in einem Verfahren der konkreten Normenkontrolle auf Vorlage des Verwaltungsgerichts Arnsberg entschieden. Das Grundrecht der Wissenschaftsfreiheit steht zwar Vorgaben zur Qualitätssicherung von Studienangeboten grundsätzlich nicht entgegen. Wesentliche Entscheidungen zur Akkreditierung von Studiengängen darf der Gesetzgeber jedoch nicht anderen Akteuren überlassen. Der Landesgesetzgeber hat verfassungskonforme Regelungen mit Wirkung spätestens vom 1. Januar 2018 an zu treffen."

Die Gewerkschaft für Hochschule und Wissenschaft (GEW) fordert Bund und Länder nach diesem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts nun dazu auf, das Akkreditierungssystem grundlegend zu ändern. Andreas Keller, GEW-Vorsitzender und Hochschulexperte, sieht in der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts  "einen klaren Auftrag an die Politik, gesetzliche Mindeststandards für die Akkreditierung von Studiengängen festzulegen" (Pressemitteilung GEW vom 18.03.2016).

Pressemitteilung des Bundesverfassungsgerichts | Pressemitteilung GEW

Tagung Blickwechsel | Diversity – Internationale Perspektiven der LehrerInnenbildung am 17./18. September 2015

Für den 17. und 18. September 2015 lädt das Zentrum für LehrerInnenbildung (ZfL) der Universität zu Köln ein, Diversity in der LehrerInnenbildung mit international ausgewiesenen WissenschaftlerInnen und PraktikerInnen zu diskutieren. Gemeinsam mit den Teilnehmenden möchte das ZfL internationale Perspektiven auf Herausforderungen und Chancen von Diversity richten.

Diversity als Ressource – die Chancen, die sich aus Diversität für die LehrerInnenbildung ergeben, lassen sich nicht in engen Ländergrenzen und regionalen Zuständigkeiten denken. Der Blick auf die Ressource Diversity, die oft auch als Herausforderung betrachtet wird, erweitert sich durch den Blick auf Bildungskonzepte und grundlegende Ansätze der Professionalisierung von LehrerInnen auf internationaler Ebene.

Die Tagung eröffnet Prof.’ Arnetha Ball von der Stanford University. Die international bekannte Bildungswissenschaftlerin ist Fellow der American Educational Research Association und forscht zum Umgang mit Vielfalt angehender LehrerInnen. Sie ist Co-Director des Center for the Study of Race, Ethnicity and Language. Ihr Werk "Studying Diversity in Teacher Education" behandelt die Perspektiven und Paradigmen einer LehrerInnenbildung in globalen, diversen Kontexten. 

Auf der Tagung vertiefen insgesamt neun Foren und Workshops die verschiedenen Facetten von Diversity unter wissenschaftlicher Perspektive. Namhafte WissenschaftlerInnen verschiedener Hochschulen geben einen Einblick in die aktuelle Forschung und zeigen deren Bedeutung für die gegenwärtige LehrerInnenbildung. So befasst sich Prof.' Yasemin Karakasoglu von der Universität Bremen mit Fragen der Bedeutung von Interkulturalität im Kontext schulischer Theorie und Praxis. Prof.’ Cristina Alfaro von der San Diego State University zeigt Chancen und Herausforderungen von Mobilität und Mehrsprachigkeit in der LehrerInnenbildung. Prof. Martin Lücke von der Freien Universität Berlin greift ein Thema auf, welches in der LehrerInnenbildung bislang nur wenig bearbeitet wurde: Er geht der Frage nach, wie Queer Theory in die (Aus)Bildung von LehrerInnen integriert werden kann. Prof. Matti Meri stellt Inklusionsforschung aus der Perspektive Finnlands vor und zeigt die Auswirkungen von Inklusion auf die dortige schulische Praxis. Weitere Themen sind Mehrsprachigkeit (Prof.’ Chris Bongartz, Universität zu Köln sowie Dieudonné Ouédraogo, Burkina Faso), New Learning (Prof.' Dr. Mary Kalantzis und Dr. Bill Cope, University of Illinois at Urbana–Champaign), Diversity in der LehrerInnenbildung (Prof. Alfred Holzbrecher, Freiburg) und migrationsbedingte Heterogenität (Prof.' Doris Edelmann, St. Gallen).

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Broschüre "Genderperspektiven in der Biologie" erschienen

Im Nachklang zur DAAD-Gastprofessur der schwedischen Biologin und Genderforscherin Malin Ah-King an der Philipps-Universität Marburg (WiSe 2013/14) ist eine Broschüre ins Deutsche übersetzt worden, die genderbezogene Fragestellungen in verschiedenen Bereichen der Biologie behandelt und die eine leicht verständliche Einführung in das Thema ist. Gerade das Feld der Evolutionsbiologie, dem breiter Raum gegeben wird, ist für den kritisch-feministischen Blick relevant - denn Theorien zur "sexuellen Selektion" werden sehr häufig herangezogen, um Geschlechterrollen zu erklären. Zur Sprache kommen aber auch andere Forschungsgebiete wie etwa die Mikrobiologie oder die Neurobiologie.

Die Autorin Malin Ah-King (Uppsala Universität, Schweden) ist Zoologin und Genderforscherin und hatte im Wintersemester 2013/14 eine DAAD-Gastdozentur am Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung inne. Die deutsche Übersetzung der ursprünglich auf schwedisch erschienenen Broschüre konnte durch die Kooperation des Zentrums für Gender Studies und feministischen Zukunftsforschung mit den Frauenbeauftragten der Philipps-Universität sowie mit dem Zentrum für Lehrerbildung realisiert werden.

Website | Broschüre

Neuer Master(teil)studiengang Geschlechterstudien/Gender Studies

Im Wintersemester 2014/15 startet an der Universität Paderborn ein kultur- und gesellschaftswissenschaftlicher Masterstudiengang mit jeweils zwei zu studierenden Fächern, von denen eines das Fach Geschlechterstudien/Gender Studies ist.

Geschlechterstudien/Gender Studies ist mit jeweils einem von 14 anderen Fächern kombinierbar und eröffnet dadurch sehr unterschiedliche theoretische wie auch später berufsbezogene, praxisorientierte Möglichkeiten.

Der Studiengang ist auf vier Semester angelegt und gliedert sich in vier Module. Modul 1: Geschlechtertheorien und Geschlechterverhältnisse I vertieft die im BA (oder in anderen Zusammenhängen) erworbenen Grundlagen und Basiskompetenzen. Dabei liegt der inhaltliche Schwerpunkt auf der Bedeutung von Geschlechtervorstellungen und -ordnungen für die Struktur von Gesellschaften und Wissenschaft sowie der historischen Gewordenheit dieser Strukturen. Im Modul 2: Geschlechtertheorien und Geschlechterverhältnisse II werden Fragestellungen aus Modul 1 in einer eigenen Forschungsarbeit vertieft, so dass die/der Studierende zu einem erweiterten Verständnis der theoretischen Zusammenhänge gelangt. Das Modul 3 unterteilt sich in drei Teile (A, B, C), von denen jeweils zwei studiert werden müssen. Modul 3A Kulturelle und symbolische Repräsentationen dient der Beschäftigung mit den Bedingungen der Formierung und Repräsentation von Geschlecht. Dazu zählen Theorien zu medialen Darstellung sowie historische, kulturelle und symbolischen Repräsentationen von Geschlecht und Geschlechtlichkeit. Das Modul 3B Sozialisation und Entwicklung befasst sich inhaltlich mit den geschlechtstypischen Bedingungen des Aufwachsens und den individuellen Entwicklungsprozessen von Kindern und Jugendlichen. Im Modul 3C Arbeitsteilung und Gesellschaftsstruktur liegt der Schwerpunkt in der Beschäftigung mit geschlechtstypischen Bedingungen von Gesellschaftsorganisation und Arbeitsteilung. Im Profilierungsmodul sollen abschließend die erarbeiteten Kenntnisse und Erfahrungen im in Form einer wissenschaftlichen Masterarbeit dargelegt werden.

Mehr Informationen | Flyer

Bärbel Miemietz (Hg.) unter Mitarbeit von Nino Polikashvili: "Medizin und Geschlecht. Perspektiven für Lehre, Forschung & Krankenversorgung"

Noch immer ist es in der medizinischen Grundlagenforschung und in klinischen Studien nicht Standard, beide Geschlechter gleichermaßen zu berücksichtigen. Folge sind fehlendes Wissen zu den Geschlechterunterschieden auf Mikro- und auf Makroebene: Geschlechterdifferenzen in Pharmakokinetik und Pharmakodynamik sind nicht ausreichend erforscht, Kompetenzen hinsichtlich individueller Behandlungsstrategien für Frauen und Männer fehlen, und den Studierenden kann kein umfassendes geschlechterspezifisches Wissen vermittelt werden. Um für Patientinnen und Patienten den Zugang zu erstklassiger medizinischer Versorgung zu verbessern, müssen geschlechterspezifische Aspekte in das Medizinstudium ebenso Eingang finden wie in die ärztliche Fortbildung. Sowohl in der Lehre als auch in der Versorgung und in der Forschung müssen Geschlechteraspekte zu einem Qualitätskriterium werden. Um diesen Prozess in Gang zu bringen und zu beschleunigen, wurde an der Medizinischen Hochschule Hannover über zwei Jahre eine Workshopreihe durchgeführt und 2010 eine große Tagung organisiert. Der vorgelegte Sammelband stellt ausgewählte Beiträge vor, die Know how zu vielen medizinischen Fachgebieten liefern, aber auch neue Fragen aufwerfen. Er richtet sich an Studierende, Lehrende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und an Ärztinnen und Ärzte.

Literaturhinweis | Verlagsseite

Vorlesung "Einführung Gender- und Diversity-Perspektiven im Bauingenieurwesen"

An der RWTH Aachen ist die Vorlesung "Einführung Gender- und Diversity-Perspektiven im Bauingenieurwesen" seit Oktober 2012 verpflichtend im Bachelor-Studiengang Bauingenieurwesen verankert. Master-Studierende haben im Wahlbereich die Möglichkeit, ebenfalls Veranstaltungen zu besuchen, die die Relevanz von Gender und Diversity in den Ingenieurwissenschaften fokussieren.

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Bea Lundt/Toni Tholen (Hg.): "Geschlecht" in der Lehramtsausbildung – Die Beispiele Geschichte und Deutsch

Die Kategorie "Geschlecht" hat eine Schlüsselfunktion für die gegenwärtige Neusortierung und Ordnung von Lebensmodellen, Praktiken und Wissensvorräten von Menschen. Deshalb ist es umso wichtiger, Aspekte und Dimensionen von "Geschlecht" in zeitgemäßer Weise auf allen Ebenen der Lehramtsausbildung und im Unterricht zu thematisieren. Dazu bedarf es aber eines neuen Dialogs zwischen den Fachdidaktiken, Fachwissenschaften und den Gender Studies. Die Beiträge des Bandes wollen diesem notwendigen Dialog am Beispiel der Fächer Geschichte und Deutsch Impulse geben.

LiteraturhinweisVerlagsseite

Documentation of the conference

Notice the documentation of Theorizing and Practising Gender Sensitive Planning in European Discourse. Scientific conference with integrated meeting of the European network "Gender, diversity and Urban Sustainability - GDUS" in Hannover, April 25th - 28th, 2012.

Documentation | Website

Gender-Symposium: PERSPEKTIVENWECHSEL - Gender in den Wissenschaften

Am 14. Dezember 2012 findet das interdisziplinäre Gender-Symposium "PERSPEKTIVENWECHSEL - Gender in den Wissenschaften" im Gästehaus der RWTH Aachen statt. Auf dem gemeinsam von den drei Professuren mit Schwerpunkt Genderforschung an der RWTH Aachen veranstalteten Symposium wird das Thema Gender in den Wissenschaften aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet und seine besondere Relevanz für Forschung und Lehre herausgestellt. Neben den Gastgeberinnen Prof. Ute Habel, Prof. Carmen Leicht-Scholten und Dr. Petra Lucht werden namhafte externe Expertinnen wie Prof. Beate Krais (TU Darmstadt) das breite Themenspektrum des faszinierenden Forschungsfeldes aufzeigen. Im Rahmen einer interdisziplinären Podiumsdiskussion wird die Frage „Gender in Forschung und Lehre: Wann ist das Ziel erreicht?“ von den beteiligten sowie weiteren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern beleuchtet.

Website | Veranstaltungsflyer

Online-Kurs Gender & Diversity im Berufs- und Privatleben

An der TU Ilmenau ist im Rahmen des Projektes "GeniaL - Gender in der akademischen Lehre an Thüringer Hochschulen" ein Gender-Online-Kurs entwickelt worden. Seit dem WS 2011/2012 können Studierende der Hochschule im Studium Generale den Kurs "Gender & Diversity im Berufs- und Privatleben" belegen. Der Kurs ist ein erster Baustein zur Entwicklung eigener Gender- und Diversity-Kompetenz. Konzipiert ist der Kurs als E-Learning-Angebot, so dass orts- und zeitflexibel sowie im individuellen Lerntempo gelernt werden kann. Je nach persönlichen Themeninteressen gibt es vielfältiges Vertiefungsmaterial. Durch eine wöchentliche Taktung und regelmäßigen interaktiven Tests wird ein strukturiertes und regelmäßiges Lernen gefördert.

Website des Projektes | Flyer Online-Kurs

Gendersensible Qualitätssicherung durch Systemakkreditierung

Das Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung NRW veranstaltet in Kooperation mit der LaKoF NRW am 14.06.2012 an der Universität Duisburg-Essen einen handlungsorientierten Workshop für Gleichstellungsbeauftragte, GenderforscherInnen und QualitätsmanagerInnen.

Durch die Weiterentwicklung des Akkreditierungssystems wurde auch die Berücksichtigung von Gender Mainstreaming stärker in den Akkreditierungsregeln verankert. Für das Verfahren der Systemakkreditierung gilt, dass GutachterInnen in den Vor-Ort-Begehungen an den Hochschulen auch Gespräche mit den Gleichstellungsbeauftragten führen müssen. Dennoch hängt es nach wie vor sehr stark von den Hochschulkulturen und den Interessen der GutachterInnen ab, ob Gender-Aspekte angesprochen und auch tatsächlich in Akkreditierungsverfahren überprüft werden.

Welche Rolle spielt Gender in Akkreditierungsverfahren wirklich? Können Gleichstellungsbeauftragte und GenderforscherInnen am Aufbau und an der Entwicklung von hochschulweiten Qualitätsmanagementsystemen aktiv mitwirken? Wie müssen sie handeln, damit Gender in allen Entscheidungsprozessen und Handlungsebenen der Qualitätssicherung mitgedacht wird?

Wir laden Sie herzlich zum Austausch und zur Diskussion über die veränderten Bedingungen und Möglichkeiten für eine geschlechtergerechte Hochschulgestaltung in Akkreditierungsverfahren ein.

Wann: 14.06.2012, von 11:00 - ca. 16:30 Uhr
Wo: Casino des Studentenwerks der Universität Duisburg-Essen, Campus Essen

Flyer

Hinweis: Der Workshop ist bereits ausgebucht!

Nachfragen bitte direkt an:

Dipl.-Päd. Meike Hilgemann
Koordinations- und Forschungsstelle
Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung NRW
Universität Duisburg-Essen
Berliner Platz 6-8
45127 Essen
Tel.: +49 (0)201 – 183 6301
Fax: + 49 (0)201 – 183 2118
meike.hilgemann[at]uni-due.de

FH Münster erhält als erste Fachhochschule bundesweit die Systemakkreditierung

Als erste Fachhochschule in Deutschland hat die Fachhochschule Münster den Prozess der Systemakkreditierung erfolgreich absolviert. Die Agentur für Qualitätssicherung durch Akkreditierung von Studiengängen (AQAS) hat der Hochschule am 22. November nach 18-monatiger Begleitung und Prüfung das offizielle Akkreditierungssiegel verliehen. Hinter der sperrigen Vokabel verbirgt sich ein „großes Stück Autonomie", wie FH-Präsidentin Prof. Dr. Ute von Lojewski in einer ersten Stellungnahme erklärte. „Wir können im Gegensatz zu anderen Hochschulen künftig unsere Studiengänge selbst akkreditieren – ohne Begutachtung durch externe Agenturen." 

Infos zur Systemakkreditierung | Pressemitteilung Projektwebsite