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Bauingenieurwesen

Weiter relevant für: Projektmanagement Bau

Fach: Bauingenieurwesen, Projektmanagement Bau
Fächergruppe/n: Ingenieurwissenschaften

Lehrziele/Studienziele:

Die fachspezifischen Lehrziele der Geschlechterforschung und Entwicklung von Gender-Kompetenzen sind in drei Stufen zu differenzieren:

  1. Frauen für das Berufsfeld des Bauwesens: Innovative Gestaltung des Curriculums, um dieses technische, bisher eher durch männliche Attribute gekennzeichnete Studium für Frauen attraktiv zu gestalten, mit dem Ziel, den Anteil der Studentinnen und vor allem Absolventinnen zu steigern.
  2. Wissensvermittlung über Gender und Geschlechtergerechtigkeit: Vermitteln und Erlernen von Genderkompetenzen in den Bereichen Personalentwicklung, Organisationsentwicklung und Qualitätssicherung zur Umsetzung von Geschlechtergerechtigkeit und Diversity Management für Studierende sowie Lehrende beiderlei Geschlechts.
  3. Gender in Forschung und Lehre: Integration von Aspekten der Genderforschung in einzelne Studieninhalte. Im Studiengang Bauingenieurwesen sind verschiedene Schwerpunkte/Vertiefungsrichtungen zu unterscheiden:

    • Konstruktiver Ingenieurbau
    • Wasserwirtschaft und Umwelttechnologie
    • Infrastruktur- und Verkehrsplanung
    • Baubetrieb und Baumanagement

Aspekte der Genderforschung sind insbesondere in den Bereichen Umwelt sowie Infrastruktur- und Verkehrsplanung vorzusehen. Hier sind theoretische Grundlagen und methodische Verfahren zu vermitteln.

Lehrinhalte/fachspezifische Inhalte der Geschlechterforschung:

Innovative Gestaltung des Curriculums als strategischer Ansatz zur Veränderung von traditionell nur technisch geprägten Fachkulturen:

  • Schulung von Schlüsselqualifikationen durch Module zu den Themen Kommunikation, Präsentation, Mediation, Verhandlungstechnik und Soziale Kompetenz. Umweltverträglichkeit, Nachhaltigkeit, Risikomanagement sowie koordinierende und vermittelnde Funktionen sind heute neben den technischen Fachgebieten im Bauingenieurwesen wesentliche Bestandteile der Bauplanung und -realisierung. Um diesen Anforderungen im beruflichen Umfeld gerecht zu werden, sind die Lehrinhalte der Baubranche mit den spezifischen Lerninteressen von Frauen zu verknüpfen.
  • Workshops zu speziellen Berufsaspekten, in denen Frauen gegenüber Männern durch die tradierten Rollenbilder insbesondere in der Realisierung benachteiligt werden.
  • Integration von sozial- und naturwissenschaftlichen Lehrinhalten und interkulturellen Themen (ggf. Lehrveranstaltungen anderer Fachbereiche/Studiengänge), um erweiterte Einsichten in die Zusammenhänge zwischen Lehre, Berufspraxis und Gesellschaft zu vermitteln.

Vermitteln und Erlernen von Genderkompetenzen zur Umsetzung von Geschlechtergerechtigkeit und Diversity Management

Vermittelt werden rechtliche, soziale und anwendungsorientierte Aspekte zur Geschlechtergerechtigkeit. Entwicklung von strategischen Ansätzen zur Veränderung von technisch geprägten Fachkulturen. Integration von Genderwissen in den verschiedenen Praxisfeldern der Hochschule und der zukünftigen Berufsfelder der StudentInnen.

Integration von Aspekten der Genderforschung in einzelne Studieninhalte

Die stärkere Berücksichtigung von frauenspezifischen Anforderungen ist Teil einer sozialverträglichen und ökologischen Siedlungsplanung. In diesem Zusammenhang sollen Fragen der Stadtstruktur, Alltagsbewältigung, Infrastrukturausstattung oder Mobilität bearbeitet werden, wie z. B. die Entwicklung von Konzepten und Maßnahmen für die von Frauen überwiegend genutzten Verkehrsmittel. Die Transformation von Infrastrukturen ist ein Beispiel zur Verbesserung der sozialen Geschlechterverhältnisse und zur Entwicklung einer nachhaltigen Geschlechtergerechtigkeit.

Formen der Integration der Inhalte der Geschlechterforschung in das Curriculum:

  1. Module zur Vermittlung von Schlüsselkompetenzen, z. B.

    • Kommunikation (professionelle Gesprächsführung, Schreiben berufsbezogener Texte, mündliche Präsentation von Arbeitsergebnissen, Arbeiten in und Leitung von Projektteams, etc.)
    • Verhandlungstechniken und Konfliktmanagement
    • Qualitätsbewusstsein und Nachhaltigkeit
    • Ganzheitliches und vernetztes Planen und Handeln, interdisziplinäres Arbeiten

  2. Integrierte Lehrveranstaltungen

    • Integrierte Lehrveranstaltungen für verschiedene Studiengänge, z. B. im Wahlfachbereich mit sozial- und naturwissenschaftlichen Lehrinhalten (Ingenieurgeschichte, Ethik etc.)

  3. Vermittlung von Genderkompetenzen

    • Vermittlung von Genderkompetenzen kann in Fach-Module integriert werden. Solange jedoch die Kenntnis z. B. von und über Gender Mainstreaming und Diversity Management nur rudimentär oder gar nicht vorhanden ist, werden Einführungsworkshops für Studierende in den Erstsemestereinführungswochen zu diesem Thema vorgeschlagen. Ziel: Erläuterung von Begrifflichkeiten und Erlernen des Umgangs mit Genderkompetenzen als eine Schlüsselkompetenz in ihren zukünftigen Arbeitsbereichen.

  4. Schulungen für Lehrende

    • Schulungen für Lehrende zur Entwicklung konkreter Maßnahmen zur Realisierung des Gender Mainstreamings in der Lehre und Forschung.

  5. Mentoringangebot:

    • Kontakt zu erfahrenen Berufsfrauen ermöglichen, um die Studentinnen besser auf ihr zukünftiges Berufsumfeld vorzubereiten. Männlich dominierte Arbeits-, Organisations- und Kommunikationsformen prägen das Berufsfeld des Bauwesens. Dies bewirkt, dass Frauen in diesem Berufsfeld immer noch schlechtere Entwicklungsmöglichkeiten vorfinden. Der Austausch mit Frauen, die den Einstieg und eine Karriereentwicklung im Bauwesen geschafft haben, ist vor diesem Hintergrund von besonderer Bedeutung. Frauen, die hier einsteigen, aufsteigen oder umsteigen wollen, brauchen gezielte und qualifizierte Beratung. Anzustreben ist das Herausarbeiten der eigenen Berufsvorstellungen und die Festlegung von konkreten Umsetzungsstrategien.

  6. Die Aspekte der fachspezifischen Genderforschung sollen in die einzelnen Fachmodule zum Thema Verkehrsplanung, Siedlungsplanung, Umweltplanung etc. integriert werden.
  7. Solange die dazu notwendige Vermittlung von Theorien zur Wahrnehmung der Geschlechterrolle und der Bedeutung des sozialen Geschlechts auf die jeweiligen Planungsaspekte nicht gesichert werden kann, kann ein Einzelmodul zum Thema Gender Planning, z. B. "Mobilität und Geschlecht" oder "Geschlecht in der Umweltplanung" entwickelt werden.

Studienphase:

Die Vermittlung von Genderkompetenzen sowie das Erwerben von Schlüsselqualifikationen sind im Bachelor-Studiengang vorzusehen. Sinnvoll ist eine möglichst frühe Vermittlung dieser Inhalte (in den ersten Semestern), damit die erworbenen Fähigkeiten schon während des Studiums und nicht erst in der Berufspraxis angewandt werden können.

Mentoringangebote sind besonders im letzten Studiensemester/-jahr des Bachelorstudiums und während des Masterstudiums sinnvoll. Erst ein Mentoring auch nach dem Studienende/zu Beginn der Berufstätigkeit und in den ersten Berufsjahren kann eine wirklich erfolgreiche Unterstützung der beruflichen Weiterentwicklung von Frauen im Bauwesen sein.

Die Inhalte der fachspezifischen Genderforschung sind in der Bachelor-Phase im 2./3. Studienjahr zu vermitteln. Eine Vertiefung durch die Integration dieser Aspekte in Projektarbeiten im Masterstudium ist sinnvoll.

Schlagworte:

Bauen, Ingenieurinnen, Planung, Bauingenieurwesen, Projektmanagement, Wirtschaftsingenieurwesen, Rohstoff- und Werkstofftechnik, Bauforschung und Baugeschichte, Bautechnik, Computational engineering, Civil Engineering, Structual Engineering, Rehabilitation Engeneering, Wasserwirtschaft, Computergestützte Ingenieurwissenschaften, Sicherheit und Gefahrenabwehr, Baustoffingenieurwesen, Berufspädagogik-Bautechnik, Infrastruktur und Umwelt, Facility Management, Konstruktiver Hoch- und Ingenieurbau, Projektmanagement, Geotechnik und Angewandte Geologie, Bauinformatik, Technisches Gebäudemanagement, Europäisches Baumanagement, Grundbau/ Tunnelbau, Internationales Projektmanagement, Konstruktiver Ingenieurbau, Angewandte Bautechnologie, Pflege des Bauerbes