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Geowissenschaften, Geologie, Paläontologie, Meteorologie, Geochemie, Geophysik

Fach: Geochemie, Geologie, Geophysik, Geowissenschaften, Meteorologie, Paläontologie
Fächergruppe/n: Mathematik und Naturwissenschaften

Lehrziele/Studienziele:

Die Studierenden sollen durch eine studienbegleitende Vermittlung wissenschaftstheoretischen, wissenschaftshistorischen und methodologischen Grundlagenwissens unter Einbezug der Kategorie Geschlecht zu einem selbstreflexiven und kritischen Umgang mit geowissenschaftlichen Lehr- und Forschungsinhalten befähigt werden. Sie sollen in die Lage versetzt werden, die Bedeutung der Kategorie Geschlecht vor dem Hintergrund gesellschaftlicher, politischer und ökonomischer Prozesse für die angewandten Geowissenschaften zu erkennen, einzuordnen und ethisch zu reflektieren.

Lehrinhalte/fachspezifische Inhalte der Geschlechterforschung:

In den Geowissenschaften sind derzeit kaum Studien auszumachen, die die Analysekategorie Gender oder Geschlecht in die geowissenschaftliche Forschung einbeziehen. Vor diesem Hintergrund ist es sinnvoll, Studierenden frühzeitig sowohl wissenschaftstheoretische, die Genderkategorie einbeziehende Grundlagen nahezubringen als auch mit genderkritischen Ansätzen wissenschaftlicher Forschung zu konfrontieren, die – wie bspw. die Nachhaltigkeitsforschung – direkte Bezüge zu den Geowissenschaften aufweist.

Vor diesem Hintergrund sind folgende Lehrinhalte zu identifizieren:

  • Vergegenwärtigung der Disziplingeschichten der geowissenschaftlichen Fächer in genderkritischer Perspektive

    • Kontextualisierende Analysen geowissenschaftlicher Wissenschaftsgeschichte und ihrer gesellschaftlichen sowie philosophischen Rahmenbedingungen: Hier ist insbesondere die Verbindung von Naturphilosophie, Theologie und Geschlechterpolitik zu thematisieren.
    • Androzentrismus in geowissenschaftlicher Geschichtsschreibung: Der leitenden Vorstellung einer geschlechtsneutralen Geowissenschaftsgeschichte sollte – unter Einbezug einiger weniger Forschungsarbeiten zu Geowissenschaftlerinnen – die Ausblendung weiblicher Geowissenschaftler aus der Geowissenschaftsgeschichte gegenübergestellt werden. In diesem Zusammenhang sollte der Außenseiterinnenstatus von Geowissenschaftlerinnen und ihrem Forschungsinteresse und ihren Forschungsstilen thematisiert werden.

  • Einführung in wissenschaftstheoretische und feministische wissenschaftskritische Ansätze und ihre Bedeutung für die Geowissenschaften

    • Auf der Basis geowissenschaftstheoretischen Wissens sollte der zentrale Zusammenhang von Gender und Science in den Natur- und Technikwissenschaften thematisiert werden, den die feministische Wissenschaftskritik seit den 1970ern artikuliert. Hier geht es insbesondere um die kritische Debatte der für die Geowissenschaften weiterhin leitenden Wissenschaftsparadigmen, des Objektivitätsanspruchs und des Neutralitätsentwurfs sowie der dominierenden Vorstellung von Geschlechtsneutralität der Forschungsgegenstände und Theorieansätze in den Geowissenschaften.

  • Analyse des geowissenschaftlichen Methodenspektrums vor dem Hintergrund feministischer Methodenkritik

    • Geowissenschaftliche Methoden und Arbeitsweisen sollen vor dem Hintergrund der feministischen Methodenkritik einer kritischen Betrachtung unterzogen werden.

  • Thematisierung der Potenziale, des Nutzens und möglicher Gefahren geowissenschaftlicher Forschung vor dem Hintergrund gesellschaftlicher, politischer und ökonomischer Prozesse

    • An dieser Stelle sind insbesondere Arbeiten zur Technikfolgenforschung anzusprechen, die sich vor allem mit geowissenschaftlich-technischen Anwendungsmöglichkeiten sowie gesellschaftsrelevanten Auswirkungen und möglichen Alternativen beschäftigen
    • Wissenschaftsethik: Es sollten Fragen thematisiert werden, die die geowissenschaftlich relevanten Ebenen der angewandten Ethik unter Hinzuziehung der feministischen Ethikdebatte umfassen. Dazu gehören u. a. die Umweltethik als Frage der Handlungsweise des Menschen gegenüber der Natur sowie die Berufsethik als Frage nach der Verantwortung für das Handeln des Einzelnen oder einer Gruppe, wie auch Fragen zu den Grenzen der Freiheit der Wissenschaft und zum wissenschaftlich-technischen Fortschrittsglauben

  • Thematisierung transdisziplinärer und interdisziplinärer Theorien wie auch konkreter Projekte

    • Thematisierung der Entstehung geowissenschaftlicher Einzeldisziplinen aus disziplinhistorischer Sicht, hier vor allem auch die Trennung von Natur- und Sozialwissenschaften
    • Diskussion der faktischen Bedeutung inter- und transdisziplinärer Forschung für die Geowissenschaften heute unter Einbeziehung konkreter transdisziplinärer Ansätze
    • Thematisierung des Nachhaltigkeitsparadigmas für geowissenschaftliche Forschung und die angewandten Geowissenschaften und der in diesem Kontext diskutierten Fragestellungen zu Geschlechterverhältnissen und Nachhaltigkeit

  • Berufsgeschichten und Karriereverläufe von Geowissenschaftlerinnen

    • Berufsbilder in den Geowissenschaften sowie die kritische Reflektion von geowissenschaftlichen Berufskulturen und dem spezifischen Habitus (z. B. körperliche Leistungsnormen)
    • Gender Mainstreaming in Berufsfeldern angewandter Geowissenschaften: Geschäftsstrukturen, Beschäftigungsmuster, Spezialisierungsmöglichkeiten
    • Karriereverläufe von Frauen und Faktoren für Karrierewege und Karriereausstieg bzw. Zugangshemmnisse für Frauen in der Wissenschaft und anderen geowissenschaftlichen Berufsfeldern sowie die Diskussion statistischer Daten über Frauenanteile in geowissenschaftlichen Berufen

Formen der Integration der Inhalte der Geschlechterforschung in das Curriculum:

Studienphase:

Schlagworte:

Notfallmanagement, Angewandte Geowissenschaften, Geologie, Georessourcenmanagement, Geoökologie, Geologische Wissenschaften, Geotechnolgoie, Geotechnik, Angewandte Geologie, Paläontologie, Meteorologie, Mineralogie, Geoökologie, Geosciences and Astrophysics, Marine Geosciences, Energie, Rohstoffe, Rohstoffversorgungstechnik, Hydrologie, Geophysik, Klimatologie, Ozeanographie, Geo- und Ingenieurwissenschaften der Küsten, Materialwissenschaften, Ökosystemmanagement, Paläoanthropologie, Meteorologie, Geochemie, Geophysik

Curricula verwandter Fächer
Umweltwissenschaften
Geographie

Erstellt von
Dipl.-Geogr. Kerstin Schenkel
Frau Schenkel hat das Curriculum "Geowissenschaften" erstellt, ist aber nicht mehr in diesem Bereich wissenschaftlich tätig.